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Mitglieder der „Alten“ Lafener Pass als Kinderkrampusse
 

Im Jahre 1981 formierte sich um Heinz Hinteregger die Lafener Pass zum ersten mal. Zur damaligen Urbesetzung gehörten. Wie bei den meisten Passen in Gastein waren die ersten Jahre ein bisschen mager. So mußte noch vieles von der Ausrüstung ausgeliehen werden, so manch organisatorisches Problem gelöst werden. Allerdings war es den Mitgliedern der Lafener Pass schon damals ein besonderes Anliegen, daß sie sich einheitlich präsentieren konnten.

War am Anfang unter anderem auch noch ein Kopf von Kössler Max im Einsatz, wurde mit den Jahren mehrere Wimmer-Köpfe erworben, die ein einheitliches Passenbild ermöglichten.

Weiters war es der Pass seit Anbeginn ein Anliegen sich dem Brauch treu zu zeigen, und so war es selbstverständlich, daß sie mit Schafsmänteln und Engerl unterwegs waren.

Einzige Ausnahme und schon passeninterne Tradition war und ist Schellhorn Franz. Seine Auftritte (letztes mal am 6. Dezember 2003) als Zwischending zwischen Krampus und Hausgeist sind inzwischen legendär. Auch sein Rempelverhalten brachte so manch anderen Vordeifi in Verlegenheit. Keine unnötige Brutalität, sondern seine Flinkheit, Schnelligkeit und Witz ließen uns so manch schier unglaubliche Situation erleben.

Um den enormen Unterschied zwischen Schellhorn und einem heutigen Krampus der Lafener Pass zu verdeutlichen, seien hier diese beiden Figuren nebeneinander gestellt!



Hauskrampus Schellhorn Franz / Mayrhofer Gerhard
 

Im Jahre 1998 war es dann soweit. Der Generationswechsel zwischen den „Alten“ und den „jungen“ Lafenern ging über die Bühne. Im Jahre 1998, noch mit teilweiser Unterstützung der „Alten“, begannen wir unsere Karriere und wurden von Jahr zu Jahr selbstständiger. Vieles wurde probiert, so manches verbessert und etliches wieder verworfen.

Die drastischste Veränderung erfolgte im Jahre 2003, in dem wir uns entschlossen, kein Wirtshaus oder Bar mehr zu besuchen. Da wir uns selbst als Traditions- und Brauchtumspass sehen, erkennen wir die Stubn mit den Familien, mit den Kindern, als unser angestammtes Betätigungsfeld an. Diverse öffentliche Plätze, Bars und Lokale sehen wir als Betätigungsfeld für den modernen „Event-Krampus“, der hier seine teilweise artistisch anmutenden Darbietungen unter dem Beifall des Publikums vorbringen kann.

Wir sind der Meinung das die Figur des Krampus durch sein schlichtes Erscheinen für Eindruck sorgt, dies nicht durch Effektheischerei gesteigert wird.

Unter diesem Gesichtspunkt wählen wir auch unsere Ausrüstung aus. Wir versuchen uns schon deutlich durch unsere Ausrüstung von den außergasteinerischen Umzügen zu unterscheiden. Als wichtige Merkmale seien hier die bodenlangen Mäntel genannt, die man heutzutage praktisch nur mehr in Gastein sieht.

Weiters seien die altmodischen Köpfe erwähnt, die mit mindestens drei Paar Bockhörnern, mindestens einem Paar Widderhörnern und inländischen Schafsfell ausgestattet sind. Mit der Kombination von geschmiedeten Brucker-Roina und dem sehr lautstarken Stahlhelm-Gläut streben wir einen besonderen Gesamtklang an.





Lafener Pass 2002

Inzwischen sind wir uns nun sicher, daß das Besuchen der Familien in ihrem Zuhause der richtige und einzige Weg für uns ist. Es sei nochmal erwähnt, daß dies für uns gilt, nicht für jeden anderen.

Die einzige Ausnahme für uns ist das Norica am 5. Dezember und das Kristallstüberl am 6. Dezember. In diesen Häusern werden noch große Stücke auf den alten Brauch gehalten, ohne ihn unnötig zu kommerzialisieren. Hier dröhnt noch keine Discomusik aus den Lautsprechern, als „Untermalung“ für die Kramperl gedacht.

Inzwischen haben wir zu einem einheitlichen Passenbild gefunden, daß uns selbst gefällt und unserer Meinung nach dem alten Brauch entspricht. Dazu eine kleine Auflistung:

Hübschkopf 2003
Die Nikolausfigur
Gekleidet im echten Pastoralgewandt, nicht beleuchtet. Der Bart besteht aus Echthaar und wurde in Handarbeit hergestellt. Der Stab und das Buch sind von Clemens Hübsch aus Zirbenholz geschnitzt worden. Beide tragen den Schriftzug der Pass und beinhalten einen eingearbeiteten Bergkristallstein.

Das Engerl
Ebenfalls in echte pastorale Stoffe gekleidet, farblich abgestimmt auf den Nikolaus. Zur Freude aller männlichen Passenmitglieder und vieler Besuchter ist unser Engerl weiblicher Natur. Ein kleiner Tribut an die Emanzipation!
Ausgestattet mit Hut, Bart, Laterne und Korb. Der Korb wird von uns jedes Jahr in aufwendiger Handarbeit mit verschiedenem Schnittgut aufgekranzt, mit dem Effekt die Flechtung des Korbes nicht mehr zu sehen.
Heinz Hinteregger & Julia Rüdell 2002
Rehrl Friedl 2003
Deisl Klaus 2003
Bekleidet mit einem bodenlangen, langzotteligen Mantel. Die Mantelfarbe Weiß hat für uns und historisch gesehen einen besonderen Stellenwert. Für unsere Kramperlköpfe sind Stil und Machart der historischen Lang- und Viehhauserköpfe Vorbild. Dies gilt auch für die Hörner: mindestens drei Paar Bockhörner und mindestens ein Paar Widderhörner. Als Deckfell verwenden wir kurzhaarige Inländerfelle. Die Roina sind entweder Brucker oder Stahlhelm, beide keinesfalls poliert.
Für die Zukunft wünschen wir uns nur, brauchtums-orientiert zu bleiben, aber trotzdem nicht einseitig und verbohrt zu werden. Wir möchten das typisch Gasteinerische aufrecht erhalten, ohne jegliche (Betonung auf jegliche) Neuerung abzuwerten. So wünschen wir uns nur, so manch junger Nachkömmling würde sich ein Beispiel nehmen, und nicht mit der Masse schwimmen!