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Brauchtumspassen

Wie ein Baum so wächst auch unsere Philospohie über die Jahre. Und wie der Baum nehmen wir unsere Kraft aus den Wurzeln, aus unseren persönlichen wie aus jenen des Brauches.

Über die Jahre hinweg entwickelte sich bei uns das Bestreben um den „Rang“ einer anerkannten Brauchtumspass. Um hier die Bedeutung, die das Wort „Brauchtumspass“ für uns hat, zu erklären, möchten wir hier einige ehemalige und aktive Passen anführen, denen wir besonderen Respekt zollen:

Brandstattpass, Schneebergpass, Langpass, Kronwaldpass, Haslingpass, Angertalerpass,
Bertahoferpass, Longzott´n Toifipass



Wie Kenner an dieser Aufzählung bereits bemerken, sind es besonders die brauchtumsorientierten bzw. brauchtumsnahen Passen, die wir besonders gerne als Anregung sehen.

Man könnte auch die Philosophie der LP über drei Kernsäulen definieren. Alle weiteren Aspekte, Meinungen und Anschauungen sind in diesen zentralen Grundsätzen enthalten.

AN DIESER STELLE SEI GESAGT; DAS DIES "UNSERE PHILOSOPHIE" IST; DIESE NICHT AUF ANDERE ANZUWENDEN IST; UND WIR DAMIT UNSERE ZIELE DEFINIEREN; NICHT DIE REGELN FÜR ANDERE!

Außergasteinerische Interpretation

1. Die Erhaltung des Gasteiner Klaubauf-Brauches als Nachkommen des uralten Heischebrauches.

Dies beinhaltet:

1.1. Das entscheidende Erscheinen der Pass ist in den
Häusern der Besuchten; den Wirkungsbereich nicht auf die Plätze, Straßen und Gaststätten gerichtet.

1.2. Die Darstellung aller traditionellen Figuren, daß heißt die Pass ist nur mit Nikolaus, Guatzltroga, Engerl und mindestens drei Krampussen komplett!

1.3. Die Pass sollte nur am 5 und 6 Dezember zu sehen sein. Der Lauf ist spätestens kurz nach Mitternacht des 6. Dezembers abzuschließen.
Kränzchen und Kinderkramperl nehmen dem Brauch Eindrücke der Mystik und an Besonderheit, sind jedoch schon lange existent.

2. Die Darstellung des Klaubaufs nach historischen beziehungsweise traditionellen Vorbildern. Hier werden besonders jene Krampusse gewertet , die ungefähr in den 50er bis Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts aktiv waren. Das heißt:

2.1. Das angemessene „Kleidungsstück“ des Krampus ist der Mantel, zeitgemäß bodenlang und langzottelig. Einzig in Frage kommende Felle sind jene vom Schaf. Das Goaßfell entspricht für uns nicht dem Gasteiner Brauch. Die Fellfarbe Weiß hat hier einen besonderen Stellenwert, da dies früher die dominierende Farbe war, und heutzutage kaum noch zu sehen ist.

2.2. Der Kopf sollte vom Stil einem Lang- oder Viehauserkopf nachempfunden sein. Bevorzugt breitmäulig und in dunkler Farbe gehalten.

2.3. Der Kopf muß mit mindestens drei Paar Bockhörnern (inländischer Herkunft) und mindestens mit einem Paar Widderhörnern aufgekranzt sein.
Als Deckfell kommt nur das kurzhaarige Schaffell in Frage, da nur dieses dem Brauch entspricht und die korrekte Kontur (der Krampus sollte nicht einer Litfasssäule ähneln) zeigt.

Hausbesuch am 6. Dezember

3. Über den Brauch pflegen wir unsere persönliche Freundschaft, und sind dankbar das wir dadurch vielen anderen Menschen, insbesondere Kindern, Freude bereiten können.

Unsere Philosophie ist über die Jahre durch viele Versuche und Irrtümer gereift. Sie ist bei weitem noch nicht ausgereift, sprich endgültig, sie entspricht nur einem momentanen Entwicklungsstand. Wir sind jederzeit für neue Denkansätze und neues Wissensgut offen; unter der Bedingung, daß es fundiert und belegbar ist. An irgend welchen oberflächlichen, nicht ernst zunehmenden populistischen Sagern sind wir nicht interessiert.

In der heutigen Zeit sind schnelle Entwicklung und der Drang zur Globalisierung, auch wenn diese nur im kleinem Rahmen geschieht, jedem geläufig. Unter diesem Aspekt sollte man vielleicht der so oft angesprochenen Weiterentwicklung des Gasteiner Krampusbrauches die Bremsen ein bisschen anziehen, um seine altehrwürdige Struktur damit möglichst lange für die künftigen Generationen zu erhalten.

Krampus der Lafener Pass