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Faszination
Schon etliche Male kam ich in den Genuss diesen ganz besonderen Augenblick erleben zu dürfen. Es ist jener Augenblick, wenn ich mich auf einen Stuhl niederlassen kann, und mir einfach die Zeit nehme den fertigen Krampuskopf zu betrachten, ich das erste mal die Möglichkeit habe, das Gesamte in seiner einheitlichen Wirkung zu erfassen. Es ist dieser Prozess, von der ursprünglichen Idee über die ersten Skizzen bis hin zur Fertigstellung, der mich so fasziniert. Und jedes mal stellt dieser Prozess eine neue Herausforderung dar, deren Grenzen mein eigenes Können, meine Fantasie und der Werkstoff darstellen.




 
 
 

Laufbahn
Als ich anno 1999 meinen ersten Kopf schnitzte, erfasste mich eine Leidenschaft, die bis dato noch keinen Abbruch erfuhr. Schon im gleichen Jahr entstand der zweite Rohling, der jedoch erst im Jahre 2000 zum Einsatz kommen sollte. Natürlich war ich ein „blutiger“ Anfänger, und so entstanden relativ grobschlächtige Köpfe (ein „Fan“ bezeichnete diese als bessere Hackstöcke), jedoch hatten diese schon eine gewisse Ausdruckskraft, und verschiedene, qualifizierte Kritiker ermutigten mich zum Weitermachen.

Seit Anbeginn sind meine zwei großen Vorbilder Sepp Lang (1898-1983) und Sepp Viehauser (*1940). Ich bin bemüht meinen eigen Stil irgendwo zwischen und neben diesen beiden Größen anzusiedeln, auch wenn dies, zugegeben, ein sehr ehrgeiziges und schwer zu erreichendes Ziel ist. 
Inzwischen hatte ich die große Ehre und Freude bei Sepp Viehauser einige Nachhilfestunden zu genießen, die mich wieder ein Stück weiter gebracht haben. Ebenso bedeutende Hilfe bekam ich von Engelbert Lackner , der mir viele wertvolle Tipps gab und immer in Nöten helfend zur Seite stand und dies auch noch immer tut.

Im Herbst 2006 habe ich dieses Hobby, beziehungsweise diese Passion, zu meiner Berufung gemacht und bin Schüler der HTL Hallein, Zweig Bildhauerei. Diese werde ich voraussichtlich 2009 als Bildhauergeselle abschließen.

 
 
 

Kriterien
Über die Jahre habe ich, wie wohl jeder Schnitzer, meinen eigenen Stil entwickelt. Natürlich wird man bei dieser Entwicklung von seinem Umfeld geprägt, und so waren die ersten Jahre noch von einer gewissen Orientierungslosigkeit geprägt. Nun ist es so, dass ich über die Jahre hinweg mich sehr intensiv mit der Thematik  „Gasteiner Krampus Brauch“ beschäftigt habe, speziell im Rahmen der Recherchen für unsere Homepage. Und umso intensiver meine Auseinander-setzung mit diesem Brauch von Statten ging, umso größer wurde mein Wunsch das Altehrwürdige, das Traditionelle zu erhalten. Dies geschieht einerseits aktiv mit der Lafener Pass, andererseits an Hand meiner Schnitzerei. Und hierbei kommen meine persönlichen Maßstäbe und Kriterien ins Spiel.

Meiner Meinung nach stellt Gastein in Bezug auf das Aussehen der Krampusfigur noch eine Insel der Seeligen dar, jedoch kann eine gewisse Modernisierung und Umwälzung auch in diesem Bereich nicht verleugnet werden. Über diesen Punkt weiter zu diskutieren ist nicht Ziel führend, da die persönlichen Geschmäcker einfach zu weit auseinander gehen und leider oft Vorurteile meinungsbildend sind.







"Krampus-Köpfe aus einer Hand"
Zeitungsartikel Pongauer Nachrichten, Dezember 2003

Meine Konsequenz ist jedoch, diesen Brauch so ursprünglich wie mir möglich zu betreiben, dazu gehört logischer Weise auch das Schnitzen. Hierbei wünsche ich mir jedoch keinen Stillstand, sondern vielmehr eine adäquate Entwicklung, unter diesem Gesichtspunkt fertige ich meine Köpfe und beeinflusse somit auf meine Art und Weise den Brauch.

Für mich ist von elementarer Bedeutung, dass jeder meiner Köpfe sofort als „Gasteiner“ erkennbar ist, zumindest für Menschen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Wie bereits erwähnt, stellen hierbei Lang- und Viehauserköpfe für mich die Krönung dar, an denen es sich zu orientieren gilt. Meiner Meinung nach stellen sie den Höhepunkt der Entwicklung dar, sind quasi die Klassiker.
Um dieses Bild des Gasteiner Kopfes zu unterstreichen, ist es, meiner Meinung nach unerlässlich die Köpfe mit mindestens 3 Paar Bockhörnern und mindesten einem Paar Widderhörnern aufzukranzen. Ich bevorzuge es, dieses Aufkranzen bei meinen Köpfen selbst durchzuführen, da die Hörner wesentlich zum Gesamteindruck des Kopfes beitragen.

Auch der Lackierung sei hier gedacht, da sich mit meinem Bild vom traditionellen Kopf Airbrush und Ähnliches einfach nicht vereinbaren lässt. Diese typische dunkle, zwischen braun und schwarz angesiedelte Farbgebung ist für mich unverzichtbar.

Gastein ist, wie es Franz Hochwarter in seinem Vorwort zum Buch „Gasteiner Passen“ schreibt, die „Hochburg des Krampusbrauchtums in ... Österreich“. Es liegt in der Natur der Sache, dass in Gastein eine Unzahl verschiedener Köpfe von verschiedenen Schnitzern in Verwendung sind, und das ist auch gut und wichtig.

Nur möchte ich jedem einzelnen meiner Köpfe eine Individualität geben, die ihn zwar der Familie der „Hübsch-Köpfe“ zugehörig zeigt, die ihn jedoch unverwechselbar und einzigartig macht. Für mich ist es undenkbar zwei ähnliche Köpfe zu schnitzen, die sich nur in Details unterscheiden. Speziell in diesem Bereich ist Sepp Lang für mich ein Phänomen, da er so viele verschiedene Wege, Ideen und Stilrichtungen verfolgte, zudem in einer Zeit, in der die Grundhaltung sicher noch sehr viel konservativer als heute war.

Resümee
In keinem anderen Bereich wie beim Kramperl-Geh werden so erbitterte, ja teilweise religiös anmutende Diskussionen und Debatten geführt. Wenn man sich als Schnitzer in diese „Teufelsküche“ vor wagt, ist es völlig normal, Teil und Thematik dieser Auseinandersetzungen zu werden.
Ich denke, dass es das Beste ist, wenn man seinen Weg für sich selbst (und für die Pass) findet und geht. Und mein Weg ist es, mit meiner Arbeit dem alten, guten Brauch so weit wie möglich dienlich zu sein und Werte zu erhalten, zu schaffen  und zu überliefern.